Berliner Landesfinale 2026
Von der Freien Universität ins Abgeordnetenhaus:
Berliner Landeswettbewerb 2026 auf hohem Niveau
Mit der Landesqualifikation am 2. März 2026 im Henry-Ford-Bau der Freien Universität Berlin und dem Landesfinale am 13. März 2026 im Abgeordnetenhaus von Berlin lagen die beiden Höhepunkte des Berliner Landeswettbewerbs von „Jugend debattiert“ in diesem Jahr an zwei Orten, die wie geschaffen sind für politische Bildung: an der Universität und im Parlament. Schon diese Konstellation machte sichtbar, worum es dem Wettbewerb geht – um sachkundige Auseinandersetzung, um Urteilskraft und um die Fähigkeit, Kontroversen fair und präzise auszutragen.
Landesqualifikation an der Freien Universität Berlin
In der Landesqualifikation trafen Anfang März die besten Debattantinnen und Debattanten der Berliner Regionalverbünde aufeinander. In Altersgruppe 1 wurde darüber debattiert, ob Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Schultages ihr Smartphone abgeben müssen und ob ein verpflichtendes Politikpraktikum eingeführt werden soll. In Altersgruppe 2 standen die Fragen im Raum, ob der Besuch eines Kindergartens für Kinder ab drei Jahren verpflichtend sein soll und ob arbeitende Strafgefangene den gesetzlichen Mindestlohn erhalten sollen. Gastgeber war das Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft der Freien Universität Berlin; die Austragung wurde dort mit Unterstützung von Univ.-Prof. Dr. Sabine Achour ermöglicht.
Aus dieser Qualifikation gingen jene acht Debattierenden hervor, die wenige Tage später auch im Landesfinale standen. In Altersgruppe 1 qualifizierten sich Georg Schupelius vom Gymnasium Steglitz, Mila Ramirez-Gil vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Charlotte Baron vom Goethe-Gymnasium und Carla Niemann vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium. In Altersgruppe 2 setzten sich Saskia Schmahl vom Otto-Nagel-Gymnasium, Magdalena Binninger vom Rosa-Luxemburg-Gymnasium, Amira Boyé vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium und Lotta Niedlich vom Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium durch. Schon in der Qualifikation zeigte sich ein Feld, das nicht auf Schlagfertigkeit allein setzte, sondern auf Vorbereitung, Genauigkeit und eine bemerkenswert faire Form des Streitens.
Finale im Berliner Abgeordnetenhaus

Fotomontage (KI-Generiert), Henry-Ford-Bau (FU-Berlin) und Berliner Abgeordnetenhaus
Am 13. März 2026 wurde der Wettbewerb dann dort entschieden, wo demokratischer Streit institutionell seinen Ort hat: im Abgeordnetenhaus von Berlin. In Altersgruppe 1 wurde bestritten, ob der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr Randsportereignisse im Fernsehen übertragen soll. Im Finale debattierte Altersgruppe 2 die Frage, ob für Mandatszeiten der Abgeordneten des Berliner Abgeordnetenhauses eine Höchstgrenze gelten soll. Eröffnet wurde das Landesfinale von der Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses, Dr. Bahar Haghanipour; Schirmherrin des Berliner Wettbewerbs ist Cornelia Seibeld, Präsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin.
Beide Finaldebatten waren in besonderer Weise von Respekt, Konzentration und Regelklarheit geprägt. Auffällig war das hohe Niveau der Gesprächsführung: Die Beteiligten hörten einander sichtbar zu, griffen Argumente präzise auf und bestritten Fragen der Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit nachvollziehbar und sachlich. Zwar ließen sich die Tiefenschichten der zugrunde liegenden Probleme stellenweise noch weiter ausloten; gerade im Kern dessen, was eigentlich entschieden werden sollte, wäre an einzelnen Stellen noch mehr analytische Schärfe möglich gewesen. Insgesamt aber erfüllten beide Debatten ihren Auftrag in herausragender Weise: Sie informierten das Publikum differenziert über Vor- und Nachteile möglicher Veränderungen des Status quo und machten damit erfahrbar, was gute Debattenkultur leisten kann.
Am Ende setzte sich in Altersgruppe 1 Georg Schupelius vom Gymnasium Steglitz vor Mila Ramirez-Gil vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium, Charlotte Baron vom Goethe-Gymnasium und Carla Niemann vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium durch. In Altersgruppe 2 gewann Saskia Schmahl vom Otto-Nagel-Gymnasium vor Magdalena Binninger vom Rosa-Luxemburg-Gymnasium, Amira Boyé vom Carl-von-Ossietzky-Gymnasium und Lotta Niedlich vom Johann-Gottfried-Herder-Gymnasium. Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten vertreten Berlin in der Bundesqualifikation, alle insgesamt acht Finalistinnen und Finalist sind durch ihre Leistungen im Landeswettbewerb dazu qualifiziert, dem Alumni-Verein des Projektes teilzunehmen und von weiteren Trainings und Netzwerktreffen zu profitieren.
Ein besonderer Dank gilt Cornelia Seibeld, Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, für die Schirmherrschaft, Dr. Bahar Haghanipour für die Mitwirkung im Finale sowie Falko Liecke, Staatssekretär für Jugend und Familie, für die engagierte Juryarbeit. Ebenso zu danken ist Pascal Walter, Politikwissenschaftler an der Freien Universität Berlin und ehemaliger Teilnehmer von „Jugend debattiert“, den Berliner Landessiegerinnen 2025, Mara Kralovsky und Nuri Falkenberg, sowie dem Berliner Landesbeauftragten Robert J. Schenk, die gemeinsam zu einer ebenso konzentrierten wie konstruktiven Finaljury beitrugen.
Der Berliner Landeswettbewerb 2026 hat damit nicht nur starke Einzelleistungen hervorgebracht. Er hat vor allem gezeigt, dass Debattieren dort am stärksten ist, wo Klarheit und Fairness zusammenkommen: an der Freien Universität im Ringen um die besten Argumente – und im Abgeordnetenhaus im Bewusstsein dafür, dass Demokratie auf beides angewiesen ist.
Dauer
11:00 Uhr bis 13:00 Uhr
Veranstaltungskategorie
Wettbewerb: Finale
13. März 2026
Ort
Abgeordnetenhaus Berlin


